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Inkognito, VPN oder ein eigenes Profil — was jedes davon wirklich tut

Drei Werkzeuge, die gern synonym benutzt werden und drei völlig verschiedene Probleme lösen. Falls du dich je gefragt hast, warum der Inkognito-Modus nicht verhindert hat, dass eine Website dich erkennt: deshalb.

Sie lösen drei verschiedene Probleme

Die meiste Verwirrung hier entsteht aus einer Annahme: dass diese drei Werkzeuge stärkere und schwächere Varianten derselben Sache seien. Sind sie nicht. Jedes verbirgt etwas anderes, und keines verbirgt alles.

Die Kurzfassung:

WerkzeugVerbirgt dich vorÄndert nichts an
InkognitoAnderen Leuten an deinem ComputerDen Websites, die du besuchst
VPNDeinem Internetanbieter und deinem StandortAllem, was der Browser einer Seite über sich verrät
Eigenes ProfilWebsites, die deine Accounts verknüpfenDeinem Anbieter und deinem Verhalten

Lies diese Tabelle zweimal, und die meisten Fragen dazu beantworten sich von selbst. Der Rest des Artikels ist die lange Fassung.

Inkognito verbirgt dich vor deiner Familie, nicht vor Google

Der Inkognito-Modus — in Firefox und Safari Privates Surfen — tut genau zwei Dinge. Er speichert deinen Verlauf nicht, und er wirft Cookies weg, wenn du das Fenster schließt.

Das ist wirklich nützlich. Wenn du dir einen Laptop teilst, hält Inkognito dein Surfen aus der Adressleiste und aus dem Verlauf heraus. Und wenn du dich in ein zweites Konto einloggen willst, ohne dich aus dem ersten abzumelden, funktioniert es auch dafür.

Was es nicht tut, ist, dich gegenüber der besuchten Seite anonym zu machen. Chrome sagt das selbst auf der Neuer-Tab-Seite, in einem Hinweis, über den die meisten hinwegscrollen. Die Website sieht weiterhin deine IP-Adresse. Sie sieht weiterhin alles, was dein Browser über sich meldet. Und innerhalb einer Inkognito-Sitzung setzt sie ganz normal Cookies — erst das Schließen des Fensters löscht sie.

Wenn eine Seite dich in einem normalen Fenster erkennen konnte, kann sie es meist auch in einem Inkognito-Fenster. Der Unterschied liegt nur darin, ob dein eigener Computer eine Spur behält.

Es gibt noch ein Problem zweiter Ordnung. Manche Seiten erkennen, dass du in einem privaten Fenster bist, weil sich die Storage-APIs leicht anders verhalten. Auf einer Handvoll Plattformen gilt schon das als leicht verdächtig.

Ein VPN ändert, wo du zu sein scheinst

Ein VPN verschlüsselt deinen Verkehr und leitet ihn über einen Server anderswo. Daraus folgen zwei Dinge, und beide sind real.

Dein Internetanbieter kann nicht mehr sehen, welche Seiten du besuchst — er sieht einen verschlüsselten Tunnel zum VPN und sonst nichts. Und die besuchten Seiten sehen die Adresse des VPN-Servers statt deiner heimischen, weshalb ein VPN einem Dienst vorgaukeln kann, du seist in einem anderen Land.

Damit endet der Nutzen. Ein VPN ändert deine Adresse. An deinem Browser ändert es nichts.

Öffne dieselbe Seite über fünf verschiedene VPN-Server, und sie sieht weiterhin dieselbe Bildschirmgröße, dieselben Schriftarten, dieselbe Grafikkarte, dieselben Spracheinstellungen, alles gleich. Diese Details zusammen reichen meist, um den Browser zu erkennen, egal woher die Verbindung kam. Die Adresse zu wechseln und denselben Browser zu behalten ist ein bisschen, als wechselte man das Auto und behielte das Gesicht.

Ergänzend: Kommerzielle VPN-Adressen sind weithin bekannt. Viele Dienste führen Listen davon, und eine davon bei einem Account zu nutzen, der sich immer von einem Heimanschluss aus angemeldet hat, ist selbst eine bemerkenswerte Veränderung.

Zwei verschiedene Adressen, eine identische Browserbeschreibung
Ein VPN ändert die Adresse ganz oben. Alles darunter bleibt gleich, und genau das liest die Seite.

Ein eigenes Profil ändert, was der Browser sagt

Das ist der Teil, von dem die meisten noch nie gehört haben — und der, auf den es ankommt, wenn Accounts getrennt bleiben sollen.

Jeder Browser funkt jeder Seite eine Selbstbeschreibung zu: Betriebssystem, Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten, Grafikhardware, Zeitzone, Sprache und ein paar Dutzend kleinere Angaben. Einzeln identifiziert dich keine davon. Zusammen meist schon — und anders als Cookies lassen sie sich nicht löschen.

Ein eigenes Profil gibt jedem Account seine eigene Fassung von alldem, dazu eigene Cookies, eigenen Speicher und eigene Netzwerkroute. Aus Sicht der Seite sind zwei Accounts in zwei Profilen zwei Accounts auf zwei verschiedenen Computern, weil alles Messbare das sagt.

Die Alltagsfassung des Problems: Du loggst dich vom selben Laptop in ein zweites Instagram-Konto ein, und binnen einer Woche verlangen beide eine Telefonnummer. Du hast nichts falsch gemacht. Die beiden Konten sahen schlicht wie dasselbe Gerät aus — und genau danach hat die Plattform gesucht.

Was keines davon behebt

Bei den Grenzen ehrlich zu sein ist nützlicher als eine weitere Funktionsliste.

Wie du dich verhältst. Zehn Accounts, die sich innerhalb derselben Minute anmelden, haben sich selbst verraten, egal was darunter liegt. Echte Menschen synchronisieren sich nicht.

Was du eingibst. Dieselbe Telefonnummer, dieselbe Wiederherstellungs-E-Mail, dieselbe Zahlungskarte über mehrere Accounts verknüpft sie dauerhaft. Kein Browser hat da ein Wort mitzureden, und es ist die häufigste Art, wie Leute auffliegen.

Was du postest. Dieselben Fotos, dieselben Formulierungen, dieselben Links, dieselben Zeiten. Plattformen vergleichen Inhalte, nicht nur Geräte.

Das Werkzeug erledigt die technische Verknüpfung. Der Rest sind Gewohnheiten.

Welches du tatsächlich willst

Wähle nach dem Problem, nicht danach, was am stärksten klingt.

Und die ehrliche Schlussnotiz: Wenn du nur einen Account pro Dienst hast und keinen Grund, sie zu trennen, brauchst du kein Werkzeug wie unseres. Inkognito und ein anständiger Werbeblocker decken das meiste ab. Das sagen wir lieber, als dir etwas zu verkaufen, das du nicht nutzen wirst — es gibt einen ganzen Artikel dazu, auf welcher Seite dieser Linie du stehst.

Ein Browser, viele getrennte Identitäten

P8 gibt jedem Account seinen eigenen Browser, eigenen Speicher und eigene Netzwerkroute. Fünf Profile sind dauerhaft kostenlos, ohne Karte.

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